Wahlprüfsteine - Unsere Fragen zur Kommunalwahl 2026 in Witzenhausen
Gut 21.000 Studierende haben sich für die Universität Kassel entschieden - 16 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland nach Nordhessen. Das Studierendenwerk Kassel hat den gesetzlichen Auftrag, ihnen allen den Rücken freizuhalten. Mit Wohnheimen und Unterstützung bei der Suche nach privatem Wohnraum, mit Mensen und Cafeterien, mit Kitas, Studienfinanzierung und Beratungsdiensten sorgen wir dafür, dass Studieren an der Universität Kassel gelingt. Dabei arbeiten wir im Spannungsfeld zwischen sozialer Preisgestaltung einerseits und immer stärkerem Kostendruck andererseits. Um die Studierenden punktgenau unterstützen zu können, braucht das Studierendenwerk selbst die Unterstützung der Politik. Wie werden sich in Witzenhausen zur Kommunalwahl antretende Parteien für die Studierenden und ihr Studierendenwerk einsetzen? Im Dezember 2025 haben wir dazu Wahlprüfsteine verschickt.
1. Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist nicht nur in der Großstadt Kassel knapp. Auch in Witzenhausen finden Studierende nur noch sehr schwer Zimmer und Wohnungen, die mit der im BAföG auf 380 Euro angesetzten Wohnpauschale finanzierbar wären. Internationale Studierende erfahren zudem häufig Ablehnung beim Kontakt mit Vermieterinnen und Vermietern.
- Wie werden Sie mit Ihrer Partei dafür sorgen, dass es mehr bezahlbare private Wohnungsangebote für Studierende in Witzenhausen gibt?
- Wie können Sie dazu beitragen, dass Vorbehalte und Vorurteile gegenüber studierenden Mieterinnen und Mietern aus dem Ausland abgebaut werden?
2. Kulturelles Angebot
In Witzenhausen gibt es nur wenige kulturelle Angebote für junge Menschen, so wie beispielsweise die Café-Bar Runde Ecke. Es fehlt vor allem an Orten, die Studierende in Kontakt mit der Stadtöffentlichkeit
bringen.
- Planen Sie den Einsatz von Fördermitteln für nichtkommerzielle junge Kultur?
- Können Sie mit Ihrer Partei dazu beitragen, Studierende in der Stadtöffentlichkeit besser sichtbar zu machen und Kontakte zu erleichtern?
3. Willkommenskultur für Studierende
Die Universität Kassel zählt derzeit gut 21.000 Studierende, rund 1.100 von ihnen wohnen am Hochschulstandort Witzenhausen, ein großer Teil von ihnen sind internationale Studierende. Sie kommen aus fünf Erdteilen und 55 Ländern. Ihre Ankunftsphase außerhalb des Campus ist nur zu oft von bürokratischen und sprachlichen Hürden geprägt.
- Welche Willkommens-Angebote für Studierende sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland werden Sie etablieren?
- Wo sehen Sie Potenzial, die Stadt Witzenhausen und ihre Ortsteile zu einem noch attraktiveren Studienort zu machen?
Antworten der Parteien
Bisher liegt nur die Antwort der Partei Bündnis 90/Die GRÜNEN vor. Gehen weitere Antworten bei uns ein, werden sie hier in alphabetischer Sortierung nach Parteinamen veröffentlicht.
Bündnis 90 / Die GRÜNEN
Das universitäre Umfeld wird in Witzenhausen momentan stiefmütterlich behandelt. Wir Grüne sind der Überzeugung, dass die Universität ein Leuchtturm der Stadt ist, vlt. sogar DER Leuchtturm. Die aktuelle Situation im Bereich Wohnen baut unserer Meinung nach auf Vorbehalten auf und diese gilt es abzubauen. Wertschätzung können wir nicht verordnen, aber wir können dazu beitragen, Vorbehalte abzubauen, was sich auf dem Wohnungsmarkt positiv auswirken wird. Z.B. möchten wir die Universität vermehrt in denStadtumbau in Form von Projekten einbinden und so die Sichtbarkeit von Uni und Studierenden erhöhen. Auch werden wir darauf dringen, dass Uni-Events aktiv über die Stadt beworben werden und so allen Witzenhäuser BürgerInnen bekannt sind und entsprechend besser angenommen werden.
Vor einigen Jahren gab es bereits die Initiative “Wohnen gegen Hilfe”, auch dies wollen wir wiederbeleben.
Wichtig ist für uns, dass der Fachbereich und das Studierendenwerk aktiv auf uns zukommen, nicht nur vor der Wahl, sodass wir die Probleme mit Zahlen untermauern können und dann nach Lösungen suchen können. Wir werden auch das Stadtmarketing auf eine bessere Einbindung der Uni drängen, um die Sichtbarkeit zu steigern. Der Unistandort ist ein Schatz, den es zu bewahren gilt, darüber sind wir uns sehr bewusst.
Besonders für Studierende aus dem Ausland kann es von Bedeutung sein, mit der Kultur vor Ort vertraut zu werden. Auch hier gab es bereits Ansätze in Richtung Patenschaften/Kennlernangeboten, sodass ein lockeres Kennenlernen in Witzenhäuser Wohnzimmern und Küchen ermöglicht wird. Ein entsprechendes Programm möchten wir aufbauen. In der Initiative „Gemeinsam für Witzenhausen“ sind inzwischen 9 AGs aktiv, u.a. ein Sprach Cafè. Ziel des Cafès ist es in lockerer Atmosphäre individuellen Deutschunterricht zu vermitteln sowie ein gegenseitliches Kennenlernen und Austausch. Für eine besser Bekanntheit solcher Initiativen werden wir uns einsetzen. Der Empfang im Rathaus zu Semesterbeginn ist unerlässlich, inwieweit Willkommenstaschen o.ä. verteilt werden ist uns nicht bekannt, das wollen wir erfragen und ggf. ein besseres Angebot anregen (z.B. Freikarten Freibad o.ä.) und uns über Angebote anderer Unistädte informieren.


